Frischgebackene Eltern kennen das: Sobald das Kind selbständig stehen, gehen und greifen kann, erkundet es die ganze Wohnung. Da wird alles herausgezogen und umgeworfen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon ist ein kleiner Unfall passiert, der nicht selten von lautstarken Schreien oder dem Zerbrechen einer Vase begleitet wird.

Indem du deine Wohnung kindersicher machst, sparst du deinen Kindern Schmerzen und dir selbst viele Sorgen und Nerven. In einer kindersicheren Wohnung musst du weniger Angst haben, dass deinen Kindern etwas passiert und du kannst dich leichter anderen Dingen widmen. Die folgenden Tipps helfen dir dabei.

1. Durch die Augen deines Kindes sehen

Du als Elternteil bist deutlich größer als dein Kind und mehr an deine häusliche Umgebung gewöhnt. Aus diesem Grund fallen dir eventuell viele Gefahrenherde gar nicht auf. Begib dich also zuerst mit deinem Kind auf Augenhöhe, leg dich auf den Boden oder knie dich hin, um zu sehen, was dort für deine Kleinen alles spannend sein könnte – zum Beispiel Steckdosen, das Ende einer Tischdecke oder aus dem Regal herausragende Zeitungen. Auf diese Weise verstehst du besser, was alles gesichert werden sollte.

2. Steckdosen sichern

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Für Steckdosen gibt es günstige Kindersicherungen!

Es kann sehr schlecht für dein Kind ausgehen, wenn es in die Steckdose fasst. Leider sind gerade Steckdosen für Kinder unglaublich spannend und sehen ja auch so harmlos aus.

Für diese Zwecke wurden spezielle Kindersicherungen entwickelt, die du in jedem Baumarkt oder im Internet bekommst. Diese Investition ist durchaus sinnvoll.

Für Steckdosen, die du nicht benutzt, ist auch ein Blindstopfen in Ordnung. Elektrokabel solltest du, so gut es geht, hinter Möbelstücken verstecken.

3. Ecken und Kanten abrunden

Häufig passiert es, dass Kinder stolpern und sich beim Stürzen an scharfen und spitzen Kanten verletzen. Dreh darum am besten die Kanten weg oder versehe sie mit einem Kantenschutz. Wichtig ist auch, dass du den Kindern die Laufwege immer freihältst, damit sie erst gar keine buchstäblichen Stolpersteine finden.

4. Schutz bei Balkonen und Fenstern

Balkonschutz Kind

Dein Balkon ist idealerweise Innen und Außen gut gesichert!

Kleine Kinder haben einen Kopf, der im Vergleich zum Körper viel schwerer ist. Dadurch haben sie einen anderen Schwerpunkt als Erwachsene und kippen leichter nach vorne oder hinten um. Sobald sie sich über ein Geländer beugen, ist der Kopf schon so schwer, dass er sie regelrecht nach unten zieht.

Die Aussicht vom Balkon oder aus dem geöffneten Fenster ist allerdings extrem spannend für Kinder und die Gefahren kennen sie nicht. Schließ daher lieber die Fenster oder kippe sie nur, anstatt sie sperrangelweit geöffnet zu lassen.

Außerdem solltest du deine Kinder nicht unbeaufsichtigt auf Balkonen spielen lassen und den Zugang zum Balkon immer gut verriegeln.

5. Verbrennungsgefahr vermeiden

Kinder ziehen gerne Töpfe und Pfannen vom Herd und verbrennen oder verbrühen sich dadurch schwer. Es gibt für diese Fälle spezielle Herdschutzgitter, die Schalter und Platten schützen, sodass dein Kind die Töpfe nicht herunterziehen kann. Grundsätzlich solltest du aber die hinteren Herdplatten benutzen und Pfannenstiele immer mit dem Griff nach hinten drehen.

6. Sicherheit bei Möbeln

Hochstuhl Test

Hochstühle sollten besonders stabil und sicher sein!

Grundsätzlich solltest du alles, was theoretisch umfallen könnte, wenn ein Kind daran zieht oder sich daran festhält, sichern. Schraube zum Beispiel Regale an den Wänden fest. Lampen mit wackeligem Stand kannst du hinter Möbeln verbergen, damit dein Kind nicht rankommt.

Aber auch die Schadstoffe in Möbeln solltest du nicht außer Acht lassen. Generell solltest du an Möbeln nicht unnötig sparen, auch wenn deine Kinder bald rauswachsen werden. Ein billiges Discounterbett steckt meist voller Schadstoffe, die sich auf ihre Gesundheit auswirken können.

Setze daher lieber auf Möbel aus hochwertigem Massivholz. Die haben auch einen hohen Wiederverkaufswert, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.

Für dein Baby kannst du beispielsweise in einen Treppenhochstuhl investieren, der später in einen Schreibtischsessel umfunktioniert werden kann. Achte unbedingt beim Kauf darauf, dass sich die Rollen fixieren lassen, ein 3-Punkt-Gurt vorhanden ist und der Hochstuhl einen festen Stand hat. Auch bei Laufgitter ist Qualität maßgeblich entscheidend für die Sicherheit. Stabilität ist dabei das A und O!

Entscheidest du dich für ein Babybett, dann ist wichtig, dass es in der Höhe verstellbar ist. Wird dein Kind größer, kannst du es einfach weiter nach unten stellen. So kann dein Kind nicht rausfallen.

7. Putzmittel und Medikamente

Putzmittel

Reinigungsutensilien gehören hinter verschlossene Türen!

Gerade in der oralen Phase, in der die Kinder alles in den Mund nehmen, was ihnen in die Finger kommt, solltest du bei Putzmitteln und Medikamente erhöhte Vorsicht walten lassen.

Kinder könnten hochwirksame Schmerztabletten als Bonbons identifizieren und sie auch genau in diesem Ausmaß essen und sie dementsprechend überdosieren.

Auch Putzmittel können giftig und dadurch gefährlich für dein Kind sein, weshalb du sie immer gut wegschließen solltest. Wichtig ist auch, dass du keine giftigen Mittel in leere Getränkeflaschen umfüllst, da Kinder versehentlich daraus trinken könnten!

Beim Reinigen solltest du auch lieber auf biologische Mittel setzen und auf chemische Reinigungsmittel verzichten. Tipp: aus dem Putzen lässt sich auch ein Spiel machen, indem du dein Kind integrierst.

8. Treppen sichern

Wenn du in einer Erdgeschosswohnung lebst, sollten Treppen kein Problem darstellen. Lebt deine Familie jedoch in einem Einfamilienhaus, solltest du oben und unten an der Treppe Schutzgitter befestigen, damit dein Kind nicht die Treppe runter- oder rauffallen kann. Außerdem solltest du mit deinem Kind so früh wie möglich das Treppensteigen üben und ihm dabei viel Zeit lassen und einiges an Geduld entgegenbringen, damit es sich nicht unter Druck gesetzt fühlt, denn da passieren die meisten Unfälle.

Wenn Kinder laufen lernen, erkunden sie die ganze Welt und lernen jeden Tag etwas Neues dazu. Was für dich alltäglich ist, ist für dein Kind hochgradig spannend und will entdeckt werden. Leider geht dabei auch hin und wieder etwas schief und Verletzungen sind dabei nicht ganz ausgeschlossen. Indem du deine Wohnung kindersicher machst, umgehst du diese Gefahren weitgehend und kannst beruhigter in den Alltag gehen. Aber bedenke: Selbst die besten Absicherungen ersetzen keine elterliche Aufsicht!

Veröffentlicht von Gerald Bacher