Bio ist in aller Munde. Was sich in der Lebensmittelindustrie schon seit längerer Zeit etabliert hat, hält natürlich auch in anderen Branchen Einzug. Heute sprießen Bio-Anbieter in der Modeindustrie, aber auch in Spielzeugbranche förmlich aus dem Boden. Nicht anders verhält es sich bei Holzspielzeug. Auch wenn man zunächst denkt Holzspielwaren seien ohnehin natürlich und unbedenklich, lohnt sich ein zweiter Blick, insbesondere auf Farben, Lacke und zusätzlich verarbeitete Materialien. Denn genau hier lauern die Gefahren. Warum Sie beim Kauf von Spielzeug auf Öko Holzspielzeug zurückgreifen und worauf Sie beim Kauf genau achten sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Holzspielzeug vs. Spielzeug aus Kunststoff

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In Plastikspielwaren lauern oft gefährliche Weichmacher!

Holzspielzeug ist traditionell und nicht selten werden Holzspielwaren von einer in die nächste Generation weitergegeben. Oft spielen beispielsweise Kinder mit der gleichen Holzeisenbahn, mit der auch schon ihr Vater und Großvater gespielt haben.

Das ist der hohen Stabilität vom Holz geschuldet und sorgt für eine tiefe generationsübergreifende Verbundenheit, die mit herkömmlichen Plastikspielzeug kaum erreicht werden kann, da es schlichtweg nicht so lange haltbar ist.

Abgesehen davon ist Holz natürlich und bedarf keiner gefährlichen Zusätze wie beispielsweise sogenannte Weichmacher, die Plastikspielzeug geschmeidig machen. Hier gibt es erschreckende Testergebnisse, bei denen sich Eltern die Nackenhaare aufstellen.

Bei Holz sollten Sie auf die verwendeten Farben achten, denn Schadstoffe im Holzspielzeug kommen am ehesten in den Lacken vor.

Zugegeben, wir sprechen hier von Extremfällen und es gibt durchaus auch Spielzeug aus Kunststoff, das vollkommen unbedenklich ist. Hier sind vor allem Plastikalternativen wie Kreide, Quarzsand, Pflanzenfasern oder Wachse zu nennen.

Gefährliche Schadstoffe in Lacken

Schadstoffe Holzspielzeug

Vorsicht bei den verwendeten Farben auch bei Holzspielzeug!

Wer auf unbehandeltes Holzspielzeug zurückgreift, braucht sich über Schadstoffe in der Regel keine Gedanken zu machen. Doch in der heutigen Zeit reicht vielen Eltern und auch Kindern die natürliche Holzmaserung nicht mehr aus – auch Holzspielzeug soll bunt sein, um mit der Konkurrenz des Plastikspielzeugs mithalten zu können.

Werden für die Lackierung billige Farben verwendet, kann das Spielzeug aus noch so hochwertigem Holz gefertigt sein – es ist höchst wahrscheinlich mit Schadstoffen belastet. Diese Schadstoffe haben es in sich und können verheerende Langzeitschäden bei Kindern verursachen.

Schwermetalle wie Cadmium oder auch Blei sind bei Holzspielzeug-Tests leider genauso gängig wie gefährliche Nitrosamine, Nickel, Formaldehyd und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Sieht man sich die Liste der möglichen Folgeerkrankungen an, dreht sich einem im wahrsten Sinne des Wortes der Magen um. Fallweise kann es zu irreparablen Nervenschädigungen, Lähmungen, Fortpflanzungsproblemen oder im schlimmsten Fall sogar Krebs kommen.

Abgesehen von hochwertiger Qualität, ist es ebenso wichtig die Holzspielsachen regelmäßig gründlich zu reinigen, um sie von Bakterien und Keimen zu befreien, denn auch dadurch können Krankheiten übertragen werden.

Argumente für Öko Holzspielzeug

Ökologisches Holzspielzeug

Bio bzw Öko Holzspielzeug muss strengere Auflagen erfüllen!

Sieht man sich die möglichen Folgeerkrankungen von Schadstoffen im Spielzeug an drängt sich die Frage auf, wie es eigentlich dazu kommen kann, dass diese Schadstoffe in Spielwaren verarbeitet werden.

Diese Frage lässt sich ganz leicht beantworten: Nicht überall sind Kontrollen und Grenzwerte so streng verordnet wie in der Europäischen Union. Doch auch hier gibt es Unterschiede und in der Regel ist Deutschland eines der sichersten Länder, wenn es um Spielzeugqualität geht.

Der Unterschied zwischen Öko Holzspielzeug und konventionellen Holzspielsachen ist der, dass Bio-Auflagen um ein vielfaches strenger sind. Hier reicht es nicht die ohnehin relativ hohen EU-Grenzwerte einzuhalten, sondern Schadstoffe müssen vollkommen ausgeschlossen sein.

Herkömmliche Siegel wie GS-Geprüfte Sicherheit oder auch TÜV PROOF orientieren sich nur an den Mindeststandards und reichen folgerichtig für viele Eltern nicht aus.

Wurde das Holz zur Verarbeitung zu Spielzeug beispielsweise nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen (FSC-Siegel) genügt es ebenso wenig den Ansprüchen, um als Bio Holzspielzeug bzw. Öko Holzspielsachen über die Ladentheke zu gehen.

Die wichtigsten Bio-Qualitätssiegel

Da man in der heutigen Zeit gelernt hat sich nicht auf leere Marketing-Versprechen großer Konzerne blind zu verlassen, ist es vorteilhaft sich mit den wichtigsten Bio-Siegeln vertraut zu machen, ehe man sich für ein Produkt entscheidet. Da oft neben Holz auch noch weitere Materialien (z.B. Stoffe) verarbeitet sind, kann man den Gütesiegel-Überblick schnell verlieren.

  • Das FSC-Siegel – steht für umweltgerechte, nachhaltige Waldbewirtschaftung und berücksichtigt außerdem soziale Kriterien bei der Holzgewinnung.
  • Das PEFC-Siegel – unterstützt Regionalität, Familienbetriebe und nachhaltige Waldbewirtschaftung.
  • Global Organic Textile Standard – beinhaltet natürliche Fasern, die ohne Chlor und Färbemittel auskommen.
  • Kontrolliert biologische Tierhaltung – artgerechte Haltung, keine quälenden Maßnahmen und keine Pestizide gehören hier zu den Kriterien.
  • Kontrolliert biologischer Anbau – entscheidend sind: natürlicher Dünger, kein Einsatz von Chemie und Pestiziden.
  • IVN-Best – beurteilt die verarbeiteten Textilien. Voraussetzung ist 100% biologische Landwirtschaft.

Öko Holzspielzeug – Checkliste

  • Auf die Angabe der jeweiligen Bio-Siegel achten.
  • Farben müssen auf Wasserbasis sein.
  • Fühlen und riechen – Glatte Oberflächen, keine scharfen Kanten, keine chemischen Gerüche.
  • Informationen über Hersteller einholen. Nachhaltiges Holzspielzeug finden Sie beispielsweise bei kidswoodlove.de.
  • Produktrezensionen lesen.

Zugegeben, es muss nicht unbedingt Bio Holzspielzeug sein, um auf der sicheren Seite zu sein, vorausgesetzt man weiß worauf man bei konventionellem Holzspielzeug genau achten muss. Eines steht aber zweifellos fest – will man auf Nummer sichergehen, dann führt kein Weg an Öko Holzspielzeug vorbei. Denn hier sind die Standards um ein vielfaches strenger und man kann sich in der Regel darauf verlassen, dass „drin ist was drauf steht“. Auch wenn die Preise für Bio-Holzspielzeug logischerweise höher ausfallen, sollte man nicht vergessen, dass man es für das Wohlergehen und die Gesundheit seiner Kinder tut.

Veröffentlicht von Gerald Bacher